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Die Csárdásfürstin
Operette von Emmerich Kálmán
Libretto von Leo Stein und Béla Jenbach

Musikalische Leitung: Philipp Armbruster
Inszenierung,
Choreografie: Ricarda Regina Ludigkeit
Bühne: Rainer Sinell
Kostüme: Marie-Luise Walek
Choreinstudierung: Granville Walker
Dramaturgie: Judith Debbeler, Wiebke Hetmanek

Übernahme der Inszenierung des Staatstheaters Nürnberg

Besetzung:
Edwin Ronald Lucian Krasznec
Komtesse Stasi Tamara Weimerich
Graf Boni Clarck Hall
Sylva Varescu Christiane Kohl, Heike Susanne Daum
Feri Bácsi Hannes Brock
General Rohnsdorff Bastian Thurner

So 09.06.2013, 18:00 Uhr
Theater Dortmund - Opernhaus / Dortmund
Karten: Ticket
Platzhalter
 
Er gilt als der Melancholiker unter den Operettenkomponisten, Emmerich Kálmán, der
auch im tollsten Operettenrausch nicht auf Zwischentöne in Moll verzichten wollte und
damit offensichtlich den Nerv seiner Zeit traf. Das gilt auch und insbesondere für seine
bekannteste Operette, die Csárdásfürstin. Entstanden vor und während des Ersten
Weltkrieges, blitzt zwischen feurigen Csárdásklängen und betörenden Wiener Walzern der
anstehende Epochenwandel immer wieder durch.
Kálmáns Csárdásfürstin wurde 1915 in Wien mit großem Erfolg uraufgeführt; eine schnelle
internationale Verbreitung verhinderte allerdings der im Jahr zuvor ausgebrochene Krieg.
Dennoch erhielt das Werk bald eine Schlüsselstellung in der Operettenwelt; denn was
Lehárs Lustige Witwe für die Wiederbelebung der erstarkten Wiener Operette bedeutete,
leistete die Csárdásfürstin für eine Operetten-Spielart, die mit dem Zigeunerbaron von
Johann Strauß ihren Anfang genommen hatte: Die ungarische Operette feierte in den
Jahren nach der Csárdásfürstin ihre glorreiche Renaissance, Emmerich Kálmán wurde ihr
prominentester Vertreter.
Kálmán auf den Ungarn zu reduzieren, wird ihm allerdings nicht gerecht, und auch die
Csárdásfürstin hat mehr als nur den ungarischen Nationaltanz zu bieten. Die Handlung,
angesiedelt zwischen dem Budapester Varieté Orpheum mit seiner gefeierten Chansonette
Sylva Varescu und dem Wiener Palais der dünkelhaften von und zu Lippert-Weylersheims,
bot Kálmán zahlreiche Möglichkeiten, seinen musikalischen Facettenreichtum unter
Beweis zu stellen: „Die Mädis vom Chantant“, „Tanzen möcht ich, jauchzen möcht ich“, „Joi
mamam, Bruderherz“ oder das „Schwalbenduett“ sind nur einige der populären Titel der
Operette, in der fast jede Nummer ein Hit geworden ist.
Und am Ende, wenn sich die Standesunterschiede relativiert haben, stimmen „tausend
kleine Engel“ den Schlussgesang an: „Mag die ganze Welt versinken, hab ich Dich!“ Für
viele Zeitgenossen werden diese Zeilen nicht ganz ungetrübt geklungen haben, wenn
Kálmán auch für dieses Mal auf das Moll im Schlussakkord verzichtete.
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